1969-1976
Als Wolfgang Leibauer (Wolei) 1969 an die heutige Helene-Pagés-Schule in Boppard versetzt wird, hat er bereits einige Jahre Pfadfinderarbeit beim Pfadfinderstamm Ulrich von Hutten in Koblenz, sowie im Gau Nassau-Oranien hinter sich. Er plant sehr bald die Gründung eines Stammes in Boppard, weshalb auch schon 1969 bereits einige Bopparder auf Pfaditreffen nach Koblenz fahren. So ist Wolei im Jahre 1970 bestens gerüstet für den Neuanfang. Am 13. Juli 1970 marschiert er mit einer Gruppe von 15 begeisterten Mädchen und Jungen der Grundschule Boppard zum Schwarzen Tor, um dort zu grillen.
Nach dieser Aktion steigt die Zahl der Bopparder Pfadfinder innerhalb weniger Wochen auf 28 an und die drei ersten Sippen werden gegründet: Adler, Puma und Cobra, die den Trupp Boppard I formen. Später kommt die Sippe Falken hinzu. Man traf sich zunächst in den damaligen Räumlichkeiten von Woleis Schule, den mittlerweile abgerissenen Pavillons am Rhein (heute Polizei-Parkplatz). Mitarbeiter der ersten Stunde sind dabei u.a. Friedel Neiser, Clemens Gras, Manfred Zirbs , Gunnar Döscher und Gerd Müller. In den Herbstferien 1970 fährt die Christliche Pfadfinderschaft (CP) Boppard zum ersten Mal in die Bergwelt der Vogesen, um u.a. die ersten Jungpfadfinder aufzunehmen. Zu dieser Zeit entstehen auch die nächsten Sippen (Bieber, Condor I, kurze Zeit später Condor II und Panda), die den Trupp Boppard II bilden.
Nach der Vogesenfahrt steigen die Mitgliederzahlen weiter an und pendeln sich bei 110 ein. Weitere Sippen werden gegründet und die Stammesarbeit wird in Räumen der evangelischen Kirche und des Karmelitergebäudes geleistet. Der Aufschwung der Jahre 70/71 äußert sich auch darin, dass die Jugendlichen ganzer Straßenzüge plötzlich der CP beitreten, wie es z.B. beim Schäffersweyer der Fall ist.
In den Weihnachtsferien 1970 findet das Wanderlager "Schnee-Eule" im Hunsrück statt. Im Sommer 71 folgt dann das erste Sommerlager des Stammes. Zunächst nimmt man mit 300 anderen Pfadis aus Rheinland-Pfalz am Landeslager in den Vogesen teil, um dann mit weiteren Stämmen ins spanische Baskenland zu fahren. Diese Fahrt gab dem Stamm später seinen Namen (Vasqua (spanisch) = Baskenland). Älterentreffen und Sippenlager können bereits ab 1971 in einer Bauhütte auf dem Sabelsköpfchen stattfinden. Den alten Schuppen ersetzte später eine neuere Blockhütte. Im Jahre 1999 wurde diese Hütte übrigens abgerissen und das Grundstück auf dem Sabelsköpfchen wird nicht mehr vom Stamm gepachtet. Weitere Räume stehen ab 1971 mit einem alten Haus am Bahnübergang Peternach zur Verfügung, doch dieses wird einige Jahre später abgerissen.
Erwähnenswert ist außerdem die Zusammenarbeit mit den schon länger bestehenden Koblenzer Stämmen Ulrich von Hutten (UvH) und Heinrich von Plauen (HvP) Anfang und Mitte der 70er Jahre: Fahrten werden gemeinsam organisiert und zum Teil liegt die Leitung ganzer Lager in Händen dieser willkommenen Unterstützung.
Am Sommerlager 1976 in Hendaye (Südfrankreich) nehmen dann 8 Pfadfindersippen teil: Jaguar, Dingo, Sirenen, Python, Gepard, Adler und Nymphen. Damit ist der Höhepunkt der Pfadiarbeit in der Kernstadt Boppard erreicht.